Der Heilige Matthias

24.2.2013

Das Vordringen des Islam in Deutschland hat etliche Rundfunkanstalten veranlasst, Kirchensendungen in ihr Programm aufzunehmen. So soll das christliche Gegengewicht gestärkt werden.

In diesem Sinne sendete auch NDR1/Mecklenburg-Vorpommern am 24.2.2013 morgens gegen halb acht. Ein der Stimme nach junger Sprecher erzählte die Geschichte des Heiligen Matthias. Der Heilige Matthias war ein jüdischer Schriftgelehrter und ein Jünger Jesu. Er ersetzte den Verräter Judas.

Der junge Sprecher kam in frischem Plauderton gleich zum Kern seiner Geschichte, nämlich dem Tod des Heiligen Matthias in Jerusalem. Demnach wurde der Heilige Mathias erst zu Tode gesteinigt und danach mit einer Axt enthauptet. Der Sprecher schaffte es, diesem Höhepunkt seiner Erzählung einen mitleidsvollen und zugleich sensationellen Ton zu unterlegen.

Nach diesem Ausflug in die ferne Vergangenheit folgte das nächste Musikstück: American Rap (Sprechgesang) „fuckin‘..“ (<fackin>, fickend).

Die Kombination von jungem Sprecher und junger Musik legt den Schluss nahe, dass diese Sendereihe für junge bzw. jugendliche Hörer gedacht ist. Um diese Tageszeit befinden sich diese Hörer jedoch im Partykoma und hören keine Kirchensendung. Ältere Hörer dagegen sitzen um diese Zeit beim Frühstück und nehmen die Kirchensendung eher beiläufig wahr. Es ist also ganz klar, dass die Zielgruppe dieser Sendung überhaupt nicht erreicht wird.

Und somit haben wir es hier wieder einmal mit einem totalen Marketingflop zu tun.